Mit Kind zum Lehrgang: Wenn Mama lernen muss!

Eine Familie beim Lehrgang: Franziska Tosse (links), Sarah und die Oma (Quelle: BizBw/Gudula Hertzler-Heiler)

Einen Lehrgang und ein eigenes Kind organisatorisch unter einen Hut zu bringen, ist definitiv keine leichte Hürde. Franziska Tosse hat diese Herausforderung kürzlich meistern müssen. Sie ist im Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr beschäftigt. Genauer gesagt kümmert sie sich um das Themengebiet Personalvertretungsrecht. Sie ist alleinerziehend und nahm am zweiwöchigen Einführungslehrgang für Referenten am Bildungszentrum der Bundeswehr in Mannheim teil. Mit dabei: ihre zweijährige Tochter Sarah.


Oberregierungsrätin Franziska Tosse ist seit rund einem Jahr im Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr beschäftigt. Sie kümmert sich um die Anwendung des Personalvertretungsrechts. „Nötig war, dass ich innerhalb des ersten Dienstjahres den Einführungslehrgang 1 zu absolvieren hatte. In diesem zweiwöchigen Lehrgang, den es nur einmal im Jahr gibt, werden die Wehrverwaltung und die Streitkräfte für neue Referenten der Bundeswehr vorgestellt. Die Plätze für den Lehrgang sind sehr knapp und als ich die Abordnung bekam, da musste ich natürlich ein paar Sachen organisieren.“

Die Unterkunft bietet viel Platz zum Spielen. (Quelle BizBw/Gudula Hertzler-Heiler)

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Wohin mit meinem Kind?

Im Grunde ist eine Fortbildung kein Problem, bedenkt man aber, dass Franziska Tosse eine zweijährige Tochter hat, die sie überwiegend alleine betreut, kann ein bevorstehender Lehrgang zur Herausforderung werden. Gerade eine kurzfristig angesetzte Weiterbildungsmaßnahme stellt viele Eltern und auch Tosse bei der Betreuung ihrer Kinder vor die Frage: Wohin mit meinem Kind? „Jetzt stand ich ganz plötzlich vor der Aufgabe, wie ich diese anstehenden zwei Wochen managen sollte. Der Vater war selber in der Zeit dienstlich unterwegs. Ein tägliches Pendeln von Köln nach Mannheim kam ebenfalls nicht in Frage“, erinnert sie sich.

Franziska Tosse während des Lehrgangs. Ihre Tochter wird derweil betreut (Quelle BizBw/Gudula Hertzler-Heiler)

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Kinderbetreuung an der Fortbildungseinrichtung

Durch Zufall erfuhr Franziska Tosse von der Möglichkeit, ihre kleine Tochter einfach zum Lehrgang mitnehmen zu können. Die Kollegen erzählten ihr, dass es gerade in Mannheim ein passendes Angebot der Kinderbetreuung und geeignete Unterkünfte gäbe. „Die Mitarbeiter in Mannheim waren alle sehr freundlich. Ich konnte sogar eine weitere Betreuungsperson mitzunehmen, die dann ebenfalls im Eltern-Kind-Zimmer  mit uns wohnen kann. Das war für mich eine große Erleichterung. Ich bat kurzerhand meine Mutter, ob sie uns begleiten könne.“

Die Unterkunft wird bezogen. (Quelle BizBw/Gudula Hertzler-Heiler)

Ein wichtiges Ziel der Attraktivitätsoffensive der Bundesministerin der Verteidigung ist es, eine flächendeckende Kinderbetreuung für die Angehörigen der Bundeswehr zu erreichen. Besonders herausfordernd gestaltet sich dies an Aus- und Fortbildungseinrichtungen. An vielen Lehrgangseinrichtungen werden zurzeit Pilotprojekte „Kinderbetreuung für Lehrgangsteilnehmende“ durchgeführt. Ziel der Projekte ist es, zu ermitteln, wie an Lehrgangseinrichtungen eine bedarfsgerechte und kindswohlwahrende Kurzzeitbetreuung geschaffen werden kann. Erste Erkenntnisse und die Auslastungszahlen zeigen, dass die laufenden Pilotprojekte gut angenommen werden.

„Ich bin wirklich dankbar, dass ich meine Tochter und meine Mutter zum Lehrgang mitnehmen konnte. Diese zwei Wochen der Unterbringung vor Ort haben ganz reibungslos funktioniert. Alle waren sehr hilfsbereit und überaus freundlich. Bald steht der zweite Teil des Einführungslehrgangs an. Ich freue mich schon jetzt darauf, dass ich meine Tochter wieder mitnehmen kann.“

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